Plastikmüll im Meer

© Alfred-Wegener-Institut
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Seit 1950 wurden weltweit über 8 Mrd. Tonnen Kunststoff produziert [1], wovon nur ein geringfügiger Teil wiederverwertet wurde. Insbesondere Verpackungsmüll, geschätzt 150-200 Mio t, gelangt in die Ozeane, wo er in Mikroplastik zerfällt. Neben diesem sogenannten sekundären wird primäres Mikroplastik in Form von Kunstoffgranulaten aus der Rohstoffherstellung sowie weiteren polymeren Mikropartikeln eingetragen. Die Folgen der Aufnahme von Makro- und Mikroplastik durch Meerestiere sind allseits bekannt. Entlang der Nahrungskette landen die Schadstoffe letztlich auch auf unserem Tisch.

 

Eine Studie aus 2015 besagt, dass allein im Jahre 2010 etwa 8 Mio Tonnen Kunststoff ins Meer gelangt sind [2]. Der Eintrag des Plastikmülls in die Ozeane  erfolgt in erster Linie über die Flüsse: "Zehn Flusssysteme mit der höchsten Plastikfracht (acht davon in Asien, zwei in Afrika) - in denen zum Teil hunderte Millionen Menschen leben - sind für rund 90 Prozent des globalen Plastikeintrags ins Meer verantwortlich" [3]. Neben wilden Mülldeponien gibt es viele weitere Quellen wie Verkehr, Land- und Fischwirtschaft sowie Abwässer.

 

Auch deutsche Strände sind vermüllt, wie eine Studie des Umweltbundesamtes zeigt [4]:

 

  Nordsee Ostsee
Müllteile pro 100 m Küstenlinie 386  70
Davon Kunststoff 88,6% 70%
Müll am Meeresboden

11 kg/km²

(hauptsächlich Kunststoff)

Beifang: In 594 Netzwürfen

564 Müllteile (Glas / Kunststoff)
Herkunft des Mülls

ca. 1/3 maritim (v.a. Fischerei)

ca. 1/3 Freizeit & Tourismus

Rest unbekannt

vorwiegend Tourismus

maritime Nutzung untergeordnet